-
Auf engem Raum: Geflüchtete und Corona
Abstandsregeln und Massenunterkünfte, wie soll das gehen? Ein Geflüchteter erzählt von seinen Erfahrungen zu Corona und Quarantäne. In zwei Wochen hat Karim (Name auf Wunsch geändert) Deutschprüfung. Im Mai hat er ein neues Wort gelernt: Quarantäne. Es ist einprägsam, weil er die Bedeutung am eigenen Leib erfahren hat. Karim gehört zu jenen rund 300 Geflüchteten,…
-
Menschenunwürdig ist es, wie internierte Migrant_innen die Pandemie durchleben müssen
„Auf der Straße ist die Ansteckungsgefahr zehn Prozent, zu Hause ist die Gefahr zu verhungern hundert Prozent“, sagt Helena Maleno Garzón, spanische Migrationsforscherin und Flüchtlingshelferin von Caminando Fronteras/Walking Borders mit Sitz in Tanger (Marokko). Maleno Garzón berichtet im Gespräch über die Situation der Migrant_innen in Marokko, Algerien und den spanischen Auffang- und Abschiebelagern in den Nordafrika-Enklaven…
-
Doctoral Schools – miteinander oder gegeneinander?
Doctoral Schools (DS) stellen einen neuen Trend an den Europäischen Universitäten dar. Sie sind als eine besondere Einrichtung des Doktoratsstudiums zu verstehen, in der die besten Studierenden ausgesucht werden und von der Universität in größerem Maße gefördert werden. Studierende der DS bekommen im Vergleich zu den normalen Doktoratsstudierenden meistens größere finanzielle Mittel zur Verfügung gestellt,…
-
In die Erdbeeren gehen
Etwa 15 bis 20 000 migrantische Erntehelfer_innen arbeiten in Österreich, um die Lebensmittelversorgung zu ermöglichen. Bei Erntehilfe handelt es sich um schwere körperliche Arbeit mit langen Arbeitstagen und -wochen. Die Saisonarbeiter_innen sind unterbezahlt, gesellschaftlich isoliert und genießen kaum rechtlichen Schutz. Vor einigen Jahren wurde deshalb von der Gewerkschaft Pro-Ge, NGOs und linken Aktivist_innen die sogenannte…
-
Alles für Alle.
Geldlose Gesellschaft – ein theoretisches Konzept der solidarischen Ökonomie oder: Was seid ihr denn nun? Gibt es etwas, was in unserer Gesellschaft selbstverständlicher ist als die Existenz des Geldes? Im Kostnix-Laden sind wir der Meinung, dass die Art, wie wir Gesellschaft gestalten wollen, unsere eigene Aufgabe und Chance ist. Wir wollen mit unserem Laden einen…
-
Politischer Aktivismus an kurzer Leine
Krisenzeiten sind Regierungszeiten. Wenn Tag ein Tag aus nur ein Thema die Debatte dominiert, hat es die Opposition schwer – von Aktivist_innen ganz zu schweigen. Vor allem zu Corona-Zeiten stellen sie sich die Frage: Wie organisieren, auf sich aufmerksam machen, Öffentlichkeitsarbeit betreiben – wenn Menschenansammlungen untersagt sind und ohnehin kaum jemand zuhört? Andererseits sind Krisenzeiten…
-
Who Cares – Fürsorgearbeit in der Coronakrise
Rund 88 Prozent sind es in Betreuungsberufen und 81 Prozent im Gesundheitswesen. Diese Arbeit der Sorge-um-Andere hält die Gesellschaft am Laufen, und wird unter dem Begriff „Fürsorge-Arbeit“ – care work – zusammengefasst. Der Applaus unterbricht die systematische Unsichtbarkeit von Fürsorgearbeit in öffentlichen Diskursen. Bedeutet diese neue Sichtbarmachung von Fürsorgearbeit auch, dass an den gesellschaftlichen Verhältnissen…
-
Verlorenes Geld: Perus Pensionssystem
Während in Europa die Corona-Maßnahmen bereits gelockert werden, steigen im südamerikanischen Peru die Fallzahlen weiter an. Dabei bedroht das Virus nicht nur die wirtschaftliche Existenz vieler Menschen, sondern zeigt in der Krisensituation vor allem die Schwächen eines längst brüchigen Sozialsystems auf. Gegensätze Schon bei meiner Ankunft in Peru bemerke ich sofort die Kluft zwischen arm…
-
Vorsitzkommentar: Distance-Learning
so langsam kehrt die von Sebastian Kurz vielbeschworene „neue“ Normalität in unser Leben ein. Für uns alle waren die letzten Wochen und Monate wirklich nicht einfach – es gab zu viel Unsicherheit, viel zu wenig Kommunikation vonseiten des Wissenschaftsministers mit den Studierenden. Mittlerweile scheinen, spät aber doch, viele Dinge gesetzt. Die Regierung hat mittlerweile zugegeben,…
-
Sinnvolle Anwendungen gehorteten Klopapiers
Passenderweise begann alles am Freitag, dem 13. März. Alle nicht notwendigen Geschäfte blieben vorerst geschlossen und das öffentliche sowie soziale Leben wurde auf ein Minimum zurückgefahren. Das führte zu Ängsten, die ihrerseits in Hamsterkäufen resultierten. Bis heute bleibt es ein ungeklärtes Mysterium, warum ausgerechnet Toilettenpapier zum goldenen Kalb der Doomsday-Prepper wurde. Die zugehörige Massenpsychologie zu…
-
Alpen Adria Apokalypse
Wo der Kalte Krieg noch lebt. Österreich ist bekannt für seine starke Anti-Atom Politik, dem entsprechend besteht eine breite öffentliche Diskussion und ein politischer Konsens darüber, die zivile Nutzung der Kernenergie im Inland abzulehnen sowie den Betrieb und besonders den Bau neuer Kraftwerke im grenznahen Ausland zu bekämpfen. Die Standorte der grenznahen Kernkraftwerke um Österreich…
-
Alles Neu macht…Corona
Die Coronakrise hat uns Studierende vor einige Herausforderungen gestellt. Neben dem möglichen Jobverlust, dem Chaos mit Distance-Learning und der Frage, ob es denn nun überall Online-Prüfungen geben wird, hat viele auch die folgende Frage geplagt: Muss ich denn nun meinen Studienbeitrag einzahlen? Und wenn ja, wann? Ein bisschen Klarheit wird hierzu in den neuen umgangssprachlichen…
-
Ein neuer Plan der Solidarität
George Marshall und seine Idee der Auslandshilfe “I need not tell you, gentlemen, that the world situation is very serious.” Mit diesen drastischen Worten eröffnete US-Außenminister George C. Marshall seine berühmte Harvard-Rede am 5. Juni 1947. Marshall war der Meinung, dass Europa eine zusätzliche Hilfsleistung erhalten müsse, um einer politischen, sozialen und wirtschaftlichen Verarmung zu…
-
Kultur, Kapitalismus und Corona
„Den Kunst- und Kulturtod wird’s nicht geben“, verkündete Ulrike Lunacek vehement in derSendung Kulturmontag (ORF 2) am 20.4.2020. Sie stirbt nicht so schnell, die KulturnationÖsterreich, aber bei allem Optimismus fühlen sich Kulturschaffende von Politiker_innenmissverstanden. Die Pressekonferenz von Vizekanzler Werner Kogler und Staatssekretärin UlrikeLunacek am 17.4.2020 wies einige Lücken auf. Die sechs österreichischen Kunstuniversitätenwandten sich mit…
-
100 Jahre B-VG
Progress: 100 Jahre B-VG im Jahr 2020 – Was sind aus Ihrer Sich die wichtigsten Errungenschaften der österreichischen Bundesverfassung? H.M.: Die wichtigsten Errungenschaften sind die Möglichkeit des Verfassungsgerichtshofes Gesetze auf ihre Verfassungsmäßigkeit zu prüfen, dann die Gewaltenteilung der Verfassung und die unabhängige Justiz. Progress: Sehen Sie bundesstaatliche Struktur auch als wichtig an? H.M.: Das…
Noch kein Abo abgeschlossen?

