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Zwei mal Jugoslawien
„Beyond Boundaries – Brezmejno“ bewegt sich in einer ovalen Schleife um den slowenischen Sprachraum, während „Unten“ linear zwischen Linz und dem vormals serbischen Teil Kroatiens pendelt. Beide Filme verhandeln das politische und individuelle Erbe Jugoslawiens, bedienen sich aber gegensätzlicher dokumentarischer Erzählstrategien. „Beyond Boundaries – Brezmejno“ besucht im Modus der Rundreise jeweils unterschiedliche ProtagonistInnen, die zu…
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Jenseits des elektrischen Stacheldrahtzauns
Ein Spielfilm von dem österreichischen Regisseur Lukas Valenta Rinner mit Geldern des südkoreanischen Jeonju Digital Cinema Projekt über eine argentinische Putzfrau klingt erstmal spannend. Das Leben von Hauptfigur Belens (Iride Mockert) dagegen ist trist. So trist, dass es ihr scheinbar selbst die Sprache verschlagen hat. Durch eine Agentur vermittelt, wird sie Teil der vielen unsichtbaren…
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„Das Wort Heimat hab ich überhaupt nicht gern“
Esther Bejarano überlebte das KZ Auschwitz und steht auch noch mit 91 Jahren auf der Bühne, um gemeinsam mit der Rap-Combo „Microphone Mafia“ gegen Rechts zu mobilisieren. Als bekennende Antifaschistin erzählt sie von vergangenen und aktuellen Kämpfen gegen den Faschismus. Denkt sie an den Mord ihrer Eltern, hört sie Beethoven, meistens die Pathetique. Am 25.…
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„2017 entscheidet sich das Schicksal Europas!“
In seiner Jugend war er eurasischer Nationalist und glorifizierte autoritäre Ideale. Mittlerweile forscht er über Rechtsextremismus und untersucht zudem die Beziehungen zwischen der extremen Rechten Europas und Putins Russland am Institut für die Wissenschaft vom Menschen. progress hat mit Anton Shekhovtsov über den Ausstieg aus der Szene, Donald Trump und die Flüchtlingskrise gesprochen. progress: Anton,…
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Von Zukunftsmusik, falscher Urlaubsidylle und Wiener Humor
Interessant war das Konzept der szenischen Lesung: Einerseits war das Ablesen der SchauspielerInnen für die ZuschauerInnen ungewohnt und teilweise irritierend, da es eine Art Distanz zwischen SchauspielerIn und Rolle herstellte. Dennoch hatte es einen Vorteil: Unwillkürlich kam man ins Grübeln, wie sich das Stück weiterentwickeln könnte. Insgesamt machte die Veranstaltung Lust auf Neues und Hoffnung…
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Rechte Klagen
Wie Rechtsextreme die „Lügenpresse“ durch Klagen mundtot machen wollen. Die Ablehnung von gesellschaftskritischem Engagement Andersdenkender verdeutlicht sich in vielen rechtsextremen Kreisen nicht zuletzt in ihrem Umgang mit (linken und alternativen) Medien. Durch Vorwürfe wie jenem der „Lügenpresse“ wird dabei versucht, sich gegen Kritik zu immunisieren und politische Gegner_innen durch finanziell aufwändige Klagen einzuschüchtern. „SYSTEMHANDLANGER“. Journalist_innen…
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Bekannt, aber doch unbekannt
progress: Wie hat denn OKTO eigentlich begonnen? War es die ursprüngliche Idee, ein selbstorganisiertes Medium zu sein?Christian Jungwirth: Das war es schon. Es gibt eine lange Tradition von partizipativen, nicht kommerziellen Medien besonders im Radio, aber auch im Fernsehen. Es hatte ein Arbeiterfernsehen in Linz gegeben. Im November 2005 erfolgte der Sendestart von OKTO. Vom…
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Gegenöffentlichkeit, die keine ist
AJ+ präsentiert sich auf den ersten Blick wie ein progressives, alternatives Medium. Doch hinter den eingängigen Kurzvideos steht ein global agierender Medienkonzern mit antisemitischer Agenda. AJ+ gibt vor, ein Medium „für die vernetzte Generation“ zu sein, das ein „Licht auf soziale Kämpfe wirft und Stimmen stärkt, die den Status Quo bekämpfen“. Finanziert wird der Kanal…
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Feministische Gegenöffentlichkeit
Ein Blick hinter die Kulissen der an.schläge Seit über 30 Jahren schreiben die an.schläge über politische, gesellschaftliche und kulturelle Themen aus einer feministischen Perspektive. Wir haben die leitenden Redakteurinnen Lea Susemichel und Fiona Sara Schmidt interviewt. progress: Warum ist euer Magazin ein alternatives Medium?Lea Susemichel: Wir verstehen unser Magazin als feministische Gegenöffentlichkeit zum Male- und…
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„Eine Form von Probierraum“
Seit 1999 findet in Wels jährlich das YOUKI, ein internationales Jugend Medien Festival, statt. Wir haben Laura vom Veranstaltungsteam gefragt, was dort passiert. Als das erste Festival im Jahr 1999 stattfand, hieß es noch „Young Kinova“ und so setzt sich bis heute der Name zusammen. Im Herbst 2017 wird es vorraussichtlich die 18. Auflage des…
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Medienproduktion im Exil
Die Plattform „Join Media“ vernetzt geflüchtete Medienschaffende mit den hiesigen Redaktionen, um so ihren Eintritt in die Arbeitswelt zu erleichtern. Schikanen und Morddrohungen vonseiten des syrischen Assad-Regimes und vonseiten des sogenannten Islamischen Staats (IS). Die Flucht in die Türkei. Der Versuch, nach dem Abzug der Assad-Truppen erneut im nördlichen Syrien zu leben. Wieder zurück in…
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Feiern gegen die Gesamtscheiße
Veganismus, Partykommunismus, Freie Liebe und Straight Edge – wie passt das zusammen? Gibt es ein richtiges Leben im falschen oder muss ich eh nicht recyclen? Der Winter ist vorbei und mit den ersten Sonnenstrahlen tauchen auch die ersten Gedanken an die Festival-Saison auf. Während die einen im Winter auf einen erfüllten Ferienkommunismus zurückblicken konnten, haben…
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Was ist was: Freie Medien
Wer etwas mit Medien machen möchte, muss nicht unbedingt einen dazugehörigen Job oder reiche Eltern haben. Wer abseits der durchprofessionalisierten Mainstreammedienwelt in die Welt senden will, tut dies meist mittels freier Medien. Freie Medien definieren sich darüber, dass sie unabhängig und nicht-kommerziell sind. Unabhängigkeit bedeutet in diesem Fall, dass ein freies Medium weder eine klassische…
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„Homosexualität“ und „Die Anderen“
Mit „Schwule Sichtbarkeit – Schwule Identität“ haben Zülfukar Çetin und Heinz- Jürgen Voß ein Buch vorgelegt, das sich mit den Möglichkeiten und Formen schwuler Politik auseinandersetzt. Sie zeichnen ein Bild, in der diese auf ambivalente Weise eingebunden ist in westliche Herrschaftsverhältnisse, und versuchen, darüber hinaus zu weisen. Auffallend durchzogen von einer Dringlichkeit, emanzipatorische Politik kritisch…
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Fallstudien zur Qualitätsfrage
Ein Gespenst namens „Quality TV“ geht um in Fernsehwissenschaft und Feuilleton. Freudig aufgegriffen wurde dieser Begriff einst von TV-MarketingstrategInnen, um ihre seriellen Waren einem bildungsbürgerlichen Publikum schmackhaft zu machen. Der Plan ging auf und so stehen in den Bücherschränken der herrschenden Klasse neben repräsentativen Werken der Literatur nun immer öfter auch DVD-Boxen, die sämtliche Folgen…
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