Autor: Are

  • Koloniale Kunstabenteuer

    Das Leopold Museum versucht sich an der „Entdeckung“ des exotisch Anderen durch die westliche Moderne. Das Resultat: schwierig. Gleich im ersten Raum, ganz in der Mitte, stehen die Mirror Masks: kleine rohe Skulpturen, die anstatt eines Gesichts grobe Spiegelsplitter zeigen. Vielleicht erzählen sie von der Schwierigkeit der Wahrheitsfindung – der Schwierigkeit, den „Anderen“ tatsächlich zu…

  • Jugend hackt das System

    Eine der spannendsten aktuellen Jugendbewegungen hat nur am Rande mit Musik oder Politik zu tun. Jugend-Hackathons und Hackerclubs wie das „CoderDojo“ oder „Jugend hackt“ beschäftigen sich mit Technik und ihren Schnittpunkten zu Kunst und Gesellschaft. Junge Menschen stellen auf der Bühne eine Willkommens-App für Flüchtlinge, Software für Ampelsysteme, Inhaltsstoff-Scanner für Lebensmittel und intelligente Festival-Playlisten vor.…

  • Im Herrenhaus des Horrors

    In ihrem Spukhaus nahe Lissabon seien Panikattacken die Regel, betont das junge Theaterkollektiv „Teatro Reflexo“. Ein Lokalaugenschein. Belas ist ein beschauliches Dorf. Doch auf halbem Weg zwischen Lissabon und Sintra gelegen, hat es sich binnen eines Jahres zur Pilgerstätte für LiebhaberInnen gruseliger Erfahrungen gemausert. Unweit der alten Kirche und des noch älteren Friedhofs steht das…

  • Frisurloses FischFleisch

    Häh, bi? Gibt’s das noch? Und wenn ja, wo sind die richtigen bi-Personen? Über fehlende Labels und Revolution bi-Style Now. „Is there a bisexual option available?“ – „No, sir, this option is no longer available since about last summer, due to several operational problems.“ Was in „The Lobster“ als düsterer Eingangsgag wirkt, ist für viele…

  • Die Hacklerinnen_

    Philosophie als Mackerdisziplin? Mit einer untypischen Philosophiepraxis bieten Frauen_ falschen Genies, mühsamen Gesprächskulturen und sinnloser Ghettoisierung die Stirn. „Ich fand abstraktes Denken schon immer spannend“, so Karoline Paier. Die 24-Jährige begann nach der Schule Philosophie und Psychologie zu studieren. Damals war noch nicht klar, dass Philosophie ihr Schwerpunkt werden würde. Heute ist Paier Studienassistentin und…

  • Sparschiene

    360 Euro für ein österreichweit gültiges Studi-Ticket: Die Forderung klingt utopisch. Wie schneidet sie im europäischen Vergleich ab? Österreich ist ein kleines Land. Wer öfters mit dem Zug unterwegs ist, wird das vielleicht anders empfinden. Laute Mitreisende, langsames Fahren über Berge und Verspätungen können schon mal an den Nerven zerren. Vor allem dann, wenn die…

  • Neues Lehramt

    Seit nunmehr einem Semester ist das Sekundarstufenstudium in Österreich flächendeckend im Rahmen von „Pädagog_innenbildung NEU“ (PBN) reformiert. Mythen und Unsicherheiten sind nach wie vor vorhanden.

  • Inklusion braucht Werkzeuge

    Der Alltag von Frauen mit geistiger Behinderung ist geprägt von Fremdbestimmung und Einteilung unter finanziellen Gesichtspunkten. Dies führt dazu, dass auch politische Teilhabe von Frauen mit geistiger Behinderung durch die verwehrte Selbstbestimmung versperrt bleibt. Obwohl die UN-Behindertenrechtskonvention (in Österreich 2008 in Kraft getreten) gesetzlich gilt, ist deren Verwirklichung noch in vielen Punkten unerreicht. Oft fehlt…

  • „Scheiß Akademikerkinder“

    Warum studentisches Klassenbewusstsein kein Grund für eine Distanzierung ist.

  • Gesprochen, Gehört, Gezeichnet

    Es ist schon merkwürdig. Hier wird Literatur gesprochen, gezeichnet, gehört und angeschaut. Trotzdem bleibt nach dem Besuch der Ausstellung „Bleistift, Heft & Laptop“ vor allem eines: das starke Verlangen zu lesen, lesen, lesen. Die erste Sonderausstellung im Literaturmuseum der Österreichischen Nationalbibliothek, das 2015 eröffnet wurde, versammelt „10 Positionen aktuellen Schreibens“ (österreichischer Schriftsteller_innen) in den dunklen…

  • Pandazeit

    Der Panda sitzt als Chiffre des Glücks im Zentrum des bislang längsten Romans von Clemens Berger, Sinnbild einer neuen besseren Welt. Dabei bürdet Berger dem in Schönbrunn geborenen Pandababy einiges auf. Es muss nicht nur die Besucherinnen entzücken, sondern seiner Pflegerin Rita eine Stimme verleihen und dabei noch die beiden großen Erzählstränge zusammenhalten, die sich…

  • „Aus Hassrede wurden Hassverbrechen“

    Die Filmemacherin und Aktivistin Maria Binder erzählt in ihrem Film „Trans X Istanbul“ über die Vertreibung von und die Gewalt gegenüber Trans*personen in Istanbul. Im Rahmen des Filmfestivals „Transition“ wurde der Film gezeigt. progress sprach mit der Filmemacherin. Verbale Beschimpfungen. Gewaltvolle Übergriffe. Mord. Trans*frauen in Istanbul sind mit Hass und Vorurteilen konfrontiert. Morde von und…

  • What do contentious ‘objects’ want?

    Power of decision making and interpretation. A resolution of the World Archaeological Congress from 2005, The Tamaki Makau-rau Accord on the Display of Human Remains and Sacred Objects, proposes the following for questions concerning the use of images: “Any person(s) or organisation considering displaying such material or already doing so should take account of the…

  • Was wollen umstrittene ‚Objekte’?

    Kunst, Illustration oder menschliche Überreste. Mit derselben Begründung werden und wurden auch Rückführungen von Toi moko, tätowierten Schädeln, an die Māori abgelehnt. Das Rouen Museum, Frankreich, hatte in Verhandlung mit dem Museum of New Zealand Te Papa Tongarewa (Te Papa), Neuseeland, 2007 einen Toi moko zurückgeben wollen, war aber von der französischen Regierung daran gehindert…

  • Queere Refugees erzählen ihre Geschichte

    „Es gibt keine Sicherheit, keinen Schutz in Syrien… nicht einmal im Libanon. Es gibt keine Hoffnung. Alle Türen wurden in mein Gesicht geschlagen… auf jeden möglichen Weg. Ich wartete lange auf einen Hoffnungsschimmer von irgendjemanden. Oder auf jemanden der mir helfen könnte und meine sexuelle Orientierung versteht…. Aber ich wurde von der Gesellschaft zurückgewiesen.. von…