MetroverkäuferInnen in Mexiko-City

MetroverkäuferInnen in Mexiko-City erzählen von ihrer Arbeit und ihren Träumen. Eine Fotoreportage.

Sie arbeiten in den bewegten Menschenmengen einer 20 Millionen Metropole. Ihre Arbeit ist illegal. Von dem Umfeld in der U-Bahn werden sie meist herabwürdigend belächelt. Um hier einen Stand legal betreiben zu können, würden sie eine der wenigen Lizenzen benötigen. Sie verkaufen Kaugummis, Süßigkeiten, Schraubenzieher, CDs, Videos und eigentlich alles, was man so brauchen kann. Viele wollen ihre Geschichte nicht erzählen oder fotografiert werden. Sie haben Angst vor der staatlichen Repression.


„Wir sind die Miserablen, ich hätt gern ein eigenes Geschäft, ich würde gerne was produzieren“ Jose Luis verkauft Notebooktaschen.


Alejandro arbeitet am Wochenende immer mit seiner zehnjährigen Tochter Bania. Er will nicht fotografiert werden und meint: „Für mich ist schon alles verloren, ich wünsche mir ein besseres Leben für meine Kinder. Ich will, dass sie studieren können.“


David verkauft Handytaschen. Er arbeitet täglich mindestens 10 Stunden, sieben Tage die Woche. Er hat drei Kinder und träumt von einem eigenen Haus.


„Naja, wenn ich kurz träumen darf: Wir sind alle gleich, werden aber nicht gleich behandelt. Wann ist endlich Schluss mit dem Rassismus?“


„Wir haben keine Träume, wir leiden hier“


Marizio verkauft auch Handytaschen. Er würde gern mal verreisen.


Sie haben die Wahl zwischen diesem oder einem geregelten Job. In der Metro verdienen sie aber etwas besser und sind flexibler. Viele verkaufen CDs, ihr Rucksack ist mit Musikboxen und Batterien ausgefüllt – damit beschallen sie den ganzen Wagon abwechselnd mit Musik.


Lessly verkauft auch CDs. Das Geld braucht sie für ihre Kinder. Sie hätte gerne einen besseren Job.


Wegen dem Rucksack hat sie schon die ersten Ansätze von Rückenproblemen. Sie macht den Job, weil sie alleinerziehend ist und hier einigermaßen flexibel ist.


Gabriel arbeitet in der U-Bahn schon seit 20 Jahren. Anfangs war er auch im Wagon unterwegs. "Mittlerweile werde ich schnell müde und verkaufe daher weniger."


„Wir haben alle auf der Welt das gleiche Problem, wer studiert, existiert, wer nicht, arbeitet.“


Rosa will nicht fotografiert werden. Sie verkauft leuchtende Kreisel und wünscht sich, dass ihre Kinder einmal Karierre machen können.


Neben ihr sitzt ihr jüngster Sohn. Stolz erzählt sie, dass ihre Tochter Bauingenieurswesen studiert. Sie hat aber Angst, dass sie ihr Studium nicht abschließen kann.


Auch viele körperlich beeinträchtigte Menschen arbeiten in der Metro, sowie Carlos. Er ist gehörlos und verkauft Kaugummis.


Der Mindestlohn liegt in Mexico City bei ungefähr 64 Pesos. Die VerkäuferInnen verdienen zwischen 80 und 200 Pesos am Tag.


Werden sie von der Polizei festgenommen, müssen sie entweder eine Strafe von 650 Pesos zahlen, oder sie gehen für 13 bis 34 Stunden ins Gefängnis.


Martina verkauft gefüllte Teigtaschen. Sie arbeitet nur am Wochenende. Mit dem Geld, dass sie hier verdient, bezahlt sie ihre Inskription und kauft Schulmaterialien. Auch sie smöchte nicht fotografiert werden.


Vanessa erklärt, dass alle VerkäuferInnen ihre eigene Metro-Linie haben. Es gibt einen Chef pro Linie, der einen gewissen Teil vom Umsatz einbehält. Der Einstieg oder der Wechsel ist nicht leicht. „Man braucht FreundInnen, sonst wird man verprügelt“, sagt Vanessa.


Vanessa verkauft CDs. Sie möchte den Studierenden schöne Grüße ausrichten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Autor_innen: